Reime und Verse über Vierbeiner.....

  • Eine Ziege stand einsam auf einem Feld
    und blickte traurig in die Welt,
    sie rief ne zweite Ziege dann herbei
    und gründete 'ne Ziegelei.

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  • Dass mir mein Hund das Liebste sei,
    sagst du oh Mensch sei Sünde,
    mein Hund ist mir im Sturme treu,
    der Mensch nicht mal im Winde.


    Franz von Assisi

    Menschen mit Phantasie langweilen sich nie!

  • Das Reh

    Das Reh springt hoch,
    das Reh springt weit,
    das kann es ja,
    denn es hat Zeit!

    Nichts in der Welt wirkt so ansteckend, wie lachen und gute Laune. :D:D:

  • Das Huhn und der Karpfen


    Auf einer Meierei
    da war einmal ein braves Huhn,
    das legte, wie die Hühner tun,
    an jedem Tag ein Ei.
    Und kakelte,
    mirakelte,
    spektakelte,
    als ob's ein Wunder sei.


    Es war ein Teich dabei,
    darin ein braver Karpfen saß
    und stillvergnügt sein Futter fraß,
    der hörte das Geschrei:
    Wie's kakelte,
    mirakelte,
    spektakelte,
    als ob's ein Wunder sei.


    Da sprach der Karpfen: "Ei!
    alljährlich leg' ich ´ne Million
    und rühm' mich dess‘n mit keinem Ton;
    wenn ich um jedes Ei
    so kakelte,
    mirakelte,
    spektakelte -
    was gäb's für ein Geschrei.

    Heinrich Seidel

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  • Der Stier


    Ein jeder Stier hat oben vorn
    auf jeder Seite je ein Horn.


    Doch ist es ihm nicht zuzumuten
    auf so 'nem Horn auch noch zu tuten.


    Nicht drum, weil er nicht tuten kann,
    nein, er kommt mit dem Maul nicht ran!



    (Heinz Erhardt)

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  • Ein kleiner Spatz raucht Zigaretten.
    Er tut es heimlich, das ist klar.
    Jedoch ich möchte darauf wetten,
    er unterschätzt noch die Gefahr.


    Schon morgens hängt in seinem Schnabel
    ein weißes Stäbchen Nikotin.
    Das Ritual rollt dann vom Stapel,
    um sich den Tobak reinzuzieh'n.


    Dafür lässt er das Frühstück platzen.
    Sein Krümelhunger ist gestillt.
    Er kämpft nicht mit den andren Spatzen,
    das passt nicht in sein Raucherbild.


    Dadurch wird er zum Außenseiter.
    Er fiebert selbst im Traum nach Rauch.
    Die Sucht ist ständig sein Begleiter
    und sie rumort in seinem Bauch.


    Nun muss er sich davon entwöhnen.
    Die Partnerin pocht auf Verzicht.
    Dann schwört er in den höchsten Tönen:
    "Ich nehme mich nun in die Pflicht."


    Das war ein Hängen und ein Würgen.
    Sein Vorsatz zehrt am Nervenkleid.
    Jedoch er kann dem Schatz verbürgen:
    "Vom Nikotin bin ich befreit."


    von Roman Herberth

  • Die Ziege


    Die Ziege meckert immerzu:
    nie gibt die Meckerliese Ruh.
    Wer mit dem Kritiker verkehrt,
    wird eines Bessren stets belehrt.


    Wenig wird mit Lob geadelt,
    vieles dafür grob getadelt.
    So ist die Wiese ihr zu grün,
    weil dort zu wenig Blumen blühn.


    Der Kritiker macht alles schlecht,
    dazu ist jedes Mittel recht.
    Sie bietet jedermann die Stirn,
    behauptet sich niemals zu irrn.


    Doch da sie alles besser weiß,
    bezahlt die Geiß nen hohen Preis.
    Denn oft steht die Meckerliese
    ganz allein auf weiter Wiese.

    Nichts in der Welt wirkt so ansteckend, wie lachen und gute Laune. :D:D:

  • Ochs und Esel


    Ochs und Esel zankten sich
    beim Spaziergang um die Wette,
    wer am meisten Weisheit hätte:
    keiner siegte, keiner wich.


    Endlich kam man überein,
    dass der Löwe, wenn er wollte,
    diesen Streit entscheiden sollte;
    und was konnte klüger sein?


    Beide reden tief gebückt
    vor des Tierbeherrschers Throne,
    der mit einem edeln Hohne
    auf das Paar herunter blickt.


    Endlich sprach die Majestät
    zu dem Esel und dem Farren:
    „Ihr seid alle beide Narren.“
    Jeder gafft ihn an und geht.


    Gottlieb Konrad Pfeffel

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  • Die Mäuse auf dem Tisch
    Die Mäuse tanzen auf dem Tisch,
    die Katze steht daneben.
    Mit einem Zewa-weg-und-wisch
    beendet sie ihr Leben.


    Der Mausherr schimpft, das darf nicht sein.
    Und reibt sich seine Glatze.
    Die Mäuse waren stubenrein.
    "Zum Teufel mit der Katze."
    (mir unbekannt)

    Menschen mit Phantasie langweilen sich nie!

  • Der Sack und die Mäuse


    Ein dicker Sack voll Weizen stand
    Auf einem Speicher an der Wand. -
    Da kam das schlaue Volk der Mäuse
    Und pfiff ihn an in dieser Weise:

    "Oh, du da in der Ecke,
    Großmächtigster der Säcke!
    Du bist ja der Gescheitste,
    der dickste und der Breitste!
    Respekt und Referenz,
    vor eurer Exzellenz!"


    Mit innigem Behagen hört der Sack,
    dass man ihn so verehrt.
    Ein Mäuslein hat ihm unterdessen,
    ganz unbemerkt ein Loch gefressen.

    Es rinnt das Korn in leisem Lauf,
    die Mäuse knuspern’s emsig auf.
    Schon wird er faltig, krumm und matt.
    Die Mäuse werden fett und glatt.

    Zuletzt, man kennt ihn kaum noch mehr,
    ist er kaputt und hohl und leer.
    Erst zieh‘n sie ihn von seinem Thron,
    ein jedes Mäuslein spricht ihm Hohn.


    Und jedes, wie es geht, so spricht’s:
    "Empfehle mich, Herr Habenichts!"


    Wilhelm Busch

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  • Die Mücken


    Dich freut die warme Sonne.
    Du lebst im Monat Mai.
    In deiner Regentonne
    Da rührt sich allerlei.


    Viel kleine Tierlein steigen
    Bald auf- bald niederwärts,
    Und, was besonders eigen,
    Sie atmen mit dem Sterz.


    Noch sind sie ohne Tücken,
    Rein kindlich ist ihr Sinn.
    Bald aber sind sie Mücken
    Und fliegen frei dahin.


    Sie fliegen auf und nieder
    Im Abendsonnenglanz
    Und singen feine Lieder
    Bei ihrem Hochzeitstanz.


    Du gehst zu Bett um zehne,
    Du hast zu schlafen vor,
    Dann hörst du jene Töne
    Ganz dicht an deinem Ohr.


    Drückst du auch in die Kissen
    Dein wertes Angesicht,
    Dich wird zu finden wissen
    Der Rüssel, welcher sticht.


    Merkst du, dass er dich impfe,
    So reib mit Salmiak
    Und dreh dich um und schimpfe
    Auf dieses Mückenpack.


    W.Busch

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  • Die Teilung


    Es hat einmal, so wird gesagt,
    Der Löwe mit dem Wolf gejagt.
    Da haben sie vereint erlegt
    Ein Wildschwein, stark und gut gepflegt.


    Doch als es ans Verteilen ging,
    Dünkt das dem Wolf ein misslich Ding.


    Der Löwe sprach: Was grübelst du?
    Glaubst du, es geht nicht redlich zu?
    Dort kommt der Fuchs, er mag entscheiden,
    Was jedem zukommt von uns beiden.


    Gut, sagt der Wolf, dem solch ein Freund
    Als Richter gar nicht übel scheint.


    Der Löwe winkt dem Fuchs sogleich:
    Herr Doktor, das ist was für Euch.
    Hier dieses jüngst erlegte Schwein,
    Bedenkt es wohl, ist mein und sein.
    Ich fasst es vorn, er griff es hinten;
    Jetzt teilt es uns, doch ohne Finten.


    Der Fuchs war ein Jurist von Fach.
    Sehr einfach, spricht er, liegt die Sach.
    Das Vorderteil, ob viel, ob wenig,
    Erhält mit Fug und Recht der König.


    Dir aber, Vetter Isegrim,
    Gebührt das Hinterteil. Da nimm!
    Bei diesem Wort trennt er genau
    Das Schwänzlein hinten von der Sau.


    Indes der Wolf verschmäht die Beute,
    Verneigt sich kurz und geht beiseite.
    Fuchs, sprach der Löwe, bleibt bei mir.
    Von heut an seid Ihr Großvezier.


    W.Busch

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  • Ein betagter Habicht....


    Ein betagter Habicht kreist
    über einer Blumenwiese.
    Doch die Mäuse sind verreist
    trotz der großen Wirtschaftskrise.


    Stundenlang ist er vor Ort.
    Muskelkater in den Schwingen.
    Ungewohnt der Leistungssport.
    Doch sein Raubzug wird misslingen.


    Wie erwähnt der Mäuseclan,
    weilt gemeinsam tief im Süden.
    Deshalb führt des Habicht's Plan
    nur dazu: Er wird ermüden.


    Roman Herberth

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  • Der kluge Kranich


    Ich bin mal so, sprach Förster Knast,
    Die Flunkerei ist mir verhasst,
    Doch sieht man oft was Sonderbares.


    Im Frühling vor fünf Jahren war es,
    Als ich stockstill, den Hahn gespannt,
    Bei Mondschein vor dem Walde stand.
    Da lässt sich plötzlich flügelsausend
    Ein Kranichheer, wohl an die tausend,
    Ganz dicht zu meinen Füßen nieder.
    Sie kamen aus Ägypten wieder
    Und dachten auf der Reise nun
    Sich hier ein Stündchen auszuruh‘n.


    Ich selbstverständlich, schlau und sacht,
    Gab sehr genau auf alles acht.



    Du, Hans, so rief der Oberkranich,
    Hast heut die Wache, drum ermahn ich
    Dich ernstlich, halt dich stramm und pass
    Gehörig auf, sonst gibt es was.


    Bald schlief ein jeder ein und sägte.
    Hans aber stand und überlegte.


    Er nahm sich einen Kieselstein,
    Erhob ihn mit dem rechten Bein
    Und hielt sich auf dem linken nur
    In Gleichgewicht und Positur.


    Der arme Kerl war schrecklich müd.
    Erst fiel das linke Augenlid,
    Das rechte blinzelt zwar noch schwach,
    Dann aber folgt's dem andern nach.
    Er schnarcht sogar. Ich denke schon:
    Wie wird es dir ergehn, mein Sohn?
    So denk ich, doch im Augenblick,
    Als ich es dachte, geht es klick!
    Der Stein fiel Hänschen auf die Zeh,
    Das weckt ihn auf, er schreit auweh!


    Er schaut sich um, hat mich gewittert,
    Pfeift, dass es Mark und Bein erschüttert,
    Und allsogleich im Winkelflug
    Entschwebt der ganze Heereszug.


    Ich rief hurra! und schwang den Hut.
    Der Vogel, der gefiel mir gut.


    Er lebt auch noch. Schon oft seither
    Sah man ihn fern am Schwarzen Meer
    Auf einem Bein auf Posten stehn.
    Dies schreibt mein Freund, der Kapitän.


    Und was er sagt, ist ohne Frage
    So wahr, als wenn ich‘s selber sage.


    W.Busch

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  • Auf einer Buche


    Die Eule sitzt auf einer Buche.
    Es ist noch hell. Die Sonne strahlt.
    Sie freut sich auf die Nahrungssuche.
    Dann wird ihr Einsatz ausgezahlt.


    Die Mäuse, die im Dunkel rennen,
    verfolgt sie immer schonungslos.
    Und jede Maus muss dann erkennen.
    Die Eule sieht trotz Gras und Moos.


    Am Morgen nach dem großen Fressen
    fliegt sie auf ihren Lieblingsast.
    Die Pause ist dann angemessen,
    sie döst so lange es ihr passt.


    Die Mäuse könnten vor ihr tanzen.
    Jedoch die Eule sieht sie nicht.
    Sie bräuchten sich nicht zu verschanzen,
    denn sie ist blind im Rampenlicht.


    Doch wenn der Abendhimmel dämmert,
    macht sich die Eule auf die Jagd.
    Die Maus, die tanzt, die ist behämmert,
    sie wird verspeist, bevor es tagt.


    Roman Herberth

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  • ...allerlei Reime

    Franz, Franz, Franz,
    pack die Kuh am Schwanz
    pack sie nicht zu fest,
    sonst stinkst du wie die Pest!



    Jedes Huhn legt ein Ei,
    manchmal zwei oder drei.
    Aber der Hahn, der Bösewicht,
    hat zwei Eier und legt sie nicht.



    Die Gans, die legt ein goldnes Ei.
    Der Gänsrich hat im Sacke zwei.



    Das Krokodil,
    armes Reptil,
    wird leicht senil
    beim Liebesspiel.



    Das Murmeltier begibt sich
    an einem stillen Ort,
    macht was mit dem Murmelweibchen
    und pflanzt sich fort.

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  • Der Wurm


    Am Fuß von einem Aussichtsturm
    saß ganz erstarrt ein langer Wurm.
    Doch plötzlich kommt die Sonn' herfür
    erwärmt den Turm und auch das Tier.
    Da fängt der Wurm an sich zu regen.
    Und heißt jetzt Regenwurm deswegen.

    (Heinz Erhardt)


    Der kleine Regenwurm


    Bei Regenwetter und bei Sturm,
    da wollt ein kleiner Regenwurm
    die Straße überqueren.
    Er ließ sich nicht belehren.


    Die Mutti sagte, bleibe hier!
    Jedoch das kleine dumme Tier
    gab nichts auf diese Stimme;
    und das war grad das Schlimme.


    Die Straße ist ein Tummelplatz
    zur Not vielleicht noch für den Spatz,
    und dieser, der kann fliegen
    und ist nicht leicht zu kriegen.


    Der kleine Wurm ist schlechter dran,
    weil doch ein Wurm nicht fliegen kann.
    War noch so jung an Jahren;
    er wurde überfahren.


    (Robert K. Hängekorb)

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  • Eine Kuh, die saß im Schwalbennest
    mit sieben jungen Ziegen
    sie feierten ihr Jubelfest
    und fingen an zu fliegen
    Der Esel zog Pantoffeln an
    ist übers Haus geflogen
    Und wenn das nicht die Wahrheit ist
    so ist es doch gelogen




    unbekannt (1905)

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