Alles anzeigenStudifit-Fachberaterin Friedel Barth und Heiko Hartmann, Professor an der Fakultät Informatik und Medien, entwickelten das Projekt und setzen das Modul auch gemeinsam um. Friedel Barth über den erfolgreichen Testlauf.
Es ist vorlesungsfreie Zeit - Zeit, Bilanz des vergangenen Semesters zu ziehen, das für Sie eine besondere Aufgabe bereithielt!
Friedel Barth: Ja, in der Tat. Mit Prof. Heiko Hartmann haben wir ein Pilotprojekt gestartet. Bereits im Sommersemester 2019 kam er auf mich zu und bat, ihn bei der Neukonzipierung eines Moduls im Bereich der Schlüsselqualifikationen (SQ) zu unterstützen. Es war sein Anliegen, den Studierenden der FIM endlich ein fachübergreifendes und universelles Seminar anzubieten, das seinen Ansprüchen einer „richtigen“ Schlüsselqualifikation gerecht wurde. Entstanden ist dabei das SQ-Modul „KlarText – Recherchieren, Argumentieren, Diskutieren“, das zunächst für die nicht technischen Studiengänge angeboten wurde. In diesem Sommersemester war es uns schließlich möglich, diese Idee in die Tat umzusetzen, wenn auch in ungeplanter Form: als Online-Seminar.
Ist es nicht eher ungewöhnlich, als Fachberaterin Seminare zu geben?
Friedel Barth: Das sehe ich nicht unbedingt so. Zu meinen Aufgaben gehört es unter anderem, geeignete Formate zu entwickeln, die zur Verbesserung der Studienbedingungen oder -leistungen beitragen. Das heißt, ich kann zum Beispiel durchaus ausgewählte Themen in Form von Workshops für die Studierenden anbieten. Problem dabei ist jedoch, dass die Stundenpläne teilweise so voll sind, dass nur wenig Zeit für zusätzliche Workshops und andere Bildungsangebote bleibt.
Ein weiterer Teil meines Portfolios beinhaltet, dass ich interessierten Lehrenden Beratungen zur Weiterentwicklung ihrer Lehre anbiete.
Hauptaufgabe in diesem Seminar war nun die praktische Beratung und Begleitung des Professors. Die Studierenden erhielten die Möglichkeit, ihre persönlichen Schlüsselkompetenzen im Rahmen ihres Stundenplans zu erweitern.Was beinhaltete denn das Modul KlarText?
Friedel Barth: Grundsätzlich ging es um die Vermittlung von Methoden zur Informationsbearbeitung. Im Fokus standen die Formulierung einer individuellen Leitfrage, die Bearbeitung von Fachtexten und der Aufbau einer schlüssigen Argumentationslinie. Erprobt wurden diese Methoden in eigenständig moderierten Diskussionsrunden. Zum Abschluss des Seminars hielten alle Teilnehmenden eine Präsentation zur anfänglichen Leitfrage. Begleitet wurden die Übungen von intensiven Reflexions- und Feedbackrunden.
Anhand eines groben Überthemas (in dem Fall betraf es unterschiedliche Machtverhältnisse in der Buch- und Medienbranche) formulierten alle Teilnehmenden eine wissenschaftliche Leitfrage, die sich schließlich wie ein roter Faden durch den Seminarverlauf zog.
Im Zuge der Lehrberatung galt es, sich von der bisherigen ergebnisorientierten Lehrform zu lösen und einen prozessorientierten Seminarverlauf zu erproben. In der Umsetzung bedeutete dies, dass der jeweilige thematische Inhalt lediglich als Vehikel für die einzelnen Methoden diente und die meiste Denk- und Sprechleistung bei den Studierenden lag. Es war unser Ziel, das klassische Seminar in eine Laborsituation zu verwandeln und den Studierenden mehr Freiheiten zu geben, sich angstfrei und aktiv im Kurs zu beteiligen.Und was ist Ihr Fazit?
Friedel Barth: Obwohl wir einige Bedenken hatten, was die Vermittlung von Kommunikationskompetenzen über Online-Seminare betraf, können wir auf einen gelungenen Prozess zurückblicken. Was die Studierenden betrifft, so wurde in den Rückmeldungen immer wieder betont, wie sehr sich ihre eigene Motivation, am Seminar teilzunehmen, stetig steigerte und sie sich teilweise wünschten, das Seminar bereits zu Beginn ihres Studiums absolviert zu haben. Sie haben das Seminar persönlich gestärkt und mit neuen Methoden im Gepäck abgeschlossen.
Die Zusammenarbeit mit Prof. Hartmann war sehr spannend und bereichernd für beide Seiten. Wir freuen uns über einen guten ersten Durchlauf. Prof. Hartmann hat nun eine erprobte Basis für die eigenständige Weiterentwicklung weiterer Module.Soll es denn eine Neuauflage geben?
Friedel Barth: Ich denke, das Modul „KlarText – Recherchieren, Argumentieren, Diskutieren“ hat nun einen festen Platz im Modulhandbuch. Das Konzept ließe sich sicherlich auch auf andere Module übertragen. Die Begleitung durch Studifit wird jedoch ab 2021 wegen des Projektendes nicht mehr möglich sein.
Das Interview führte Anja Landmann (Studifit).
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Betroffene Flurstücke
Gemarkung Leipzig (0415)
461, 465, 466, 467, 468, 469, 470, 471, 473, 474, 475, 481/4, 483/1, 483/5, 483/10, 495/2, 495/3, 495/4, 500/1, 502/1, 503, 505, 514/2, 2000, 2019, 2126/f 2154/2, 2154/3, 2154/4, 2154/7, 2154/q, 2154/y, 2175, 2176, 2177, 2178,...
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Mit welchen Themen wenden sich die Studierenden aktuell am häufigsten an Sie?
Heike Kaden: Generell kommen die Studierenden mit einer Vielzahl von Themen auf mich zu. Die Themenvielfalt erstreckt sich von fachlichen Problemen im Studium, in der Studienorganisation, dem Zeitmanagement, Studienzweifeln und -abbruch, Auslandssemester über Studieren mit Kind, Krankheit bzw. Beeinträchtigung oder gleichzeitiger Pflege eines Angehörigen bis hin zur Unterbrechung des Studiums wegen Krankheit und anschließendem Wiedereinstieg, auch privaten Problemen und Notsituationen.
- Ich sehe mich als erste Ansprechpartnerin für die Probleme der Studierenden der Informatikstudiengänge. Gemeinsam mit den Studierenden analysiere ich die Probleme und gebe Hilfe zur Selbsthilfe. Bei Themen, die nicht in mein Beratungsspektrum gehören, verweise ich an andere Beratungsstellen. Oft überschneiden sich die Themen der Ratsuchenden mit den Fachgebieten verschiedener Beratungsstellen. Hier versuche ich mit den Studierenden aufzugliedern, welche Beratungsstelle bei welchem Thema weiterhelfen kann.
Haben sich die Themenschwerpunkte seit dem Corona-Ausbruch bei Ihnen verändert?
Heike Kaden: Seit Ostern haben sich die Themen verändert. Jetzt kommen häufiger Studierende höherer Semester mit Themen wie Problemen im Home-Studying, Selbstorganisation, Zeitmanagement, Ausfall des Praxisprojektes oder von Modulen, Auswirkungen der Corona-Pandemie auf den Studienverlauf, der Übergang Bachelor – Master in Corona-Zeiten, Probleme mit der Distanzlehre oder mit Lehrenden.
Wie oder womit können Sie Studierenden unmittelbar helfen?
Heike Kaden: Als erstes biete ich ihnen ein offenes Ohr für Probleme und Sorgen und bin als Ansprechpartnerin da. Je nach Anliegen gebe ich den Ratsuchenden Informationen zu Formalitäten, Abläufen und Vorschriften. Bei komplexeren Fragestellungen und Problemen analysiere ich gemeinsam mit den Studierenden die aktuelle Situation und filtere die einzelnen Themen heraus. Wir versuchen, verschiedene Varianten zu erarbeiten, wie ein Problem oder eine Fragestellung angegangen werden kann. Ich gebe den Studierenden Hilfe zur Selbsthilfe. Ich kann den Ratsuchenden keine Entscheidungen abnehmen, ihnen jedoch mögliche Wege aufzeigen.Manchmal brauchen Studierende auch nur ein offenes Ohr und finden durch das Reden über ein Problem schon selbst eine Lösung. Wenn Studierende niemanden haben, um über ein Problem zu reden, bin ich für sie da.
In schwierigen Krisensituationen kann ich Studierende auffangen und mit ihnen gemeinsam Lösungen erarbeiten. Meist ist es schon im ersten Gespräch möglich, ein Stück der Last von den Schultern der Ratsuchenden zu nehmen.Haben Sie den Eindruck, dass Studierende große Hemmungen haben, sich an Sie zu wenden?
Heike Kaden: Ich denke, die größte Hemmschwelle ist, sich selbst einzugestehen, dass man Rat oder Hilfe benötigt. Bei mir braucht niemand Sorge zu haben, dass durch ein Gespräch Nachteile für sie oder ihn entstehen. Ich biete eine unabhängige Beratung und unterliege selbstverständlich der Schweigepflicht.
Haben Sie den Eindruck, dass bei den Studierenden aktuell ein größerer Druck bzw. stärkerer Stress entstanden ist?
Heike Kaden: Mein Eindruck ist, dass die Studierenden sehr unterschiedlich mit der neuen Situation zurechtkommen. Einigen fällt es jetzt leichter, da Sie Aufzeichnungen von Lehrveranstaltungen und Lernmaterialien in ihrem eigenen Tempo durcharbeiten können. Andere haben mit dem selbstständigen Lernen und dem Zeitmanagement große Probleme. Es ist auch eine große Abhängigkeit vom Fach, vom Lehrenden und von der Art der genutzten Materialien und Tools zu erkennen. Einige Lehrveranstaltungen, die in Präsenzlehre durch die Möglichkeit des Rückfragens gut zu bewältigen sind, bereiten jetzt durch den fehlenden bzw. geringeren Kontakt zum Lehrenden den Studierenden Schwierigkeiten.
(Das Interview entstand in Anlehnung an ein Gespräch, das Heike Kaden mit dem Fachschaftsrat führte.)
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